Allgäuer Brauhaus hält in anspruchsvollem Marktumfeld Kurs
Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2025
Deutlicher Absatzrückgang in der Branche - Marktdruck nimmt zu - Allgäuer Brauhaus spürt erstmals Konsumzurückhaltung
Allgäu, 24. Juni 2026. Die deutsche Brauwirtschaft blickt auf ein äußerst herausforderndes Jahr 2025 zurück. Der Inlandsabsatz der Branche sank nach bereits rückläufigen Vorjahren bundesweit erneut um 5,8 Prozent, in Bayern betrug der Absatzrückgang immerhin noch 4,5 Prozent. Gründe dafür sind neben der anhaltenden Konsumzurückhaltung im Land insbesondere strukturelle Nachfrage-Veränderungen der Verbraucher, ein steigendes Gesundheitsbewusstsein, veränderte Ausgabeprioritäten sowie durch globale Verwerfungen rückläufige Exportmärkte.
In diesem überaus anspruchsvollen Umfeld konnte sich das Allgäuer Brauhaus zwar behaupten, spürte 2025 aber erstmals auch den allgemeinen Markttrend: So lag der Gesamtgetränkeabsatz im Geschäftsjahr 2025 nahezu auf Vorjahresniveau - und damit deutlich über Branchenschnitt. Gleichzeitig konnte das Unternehmen seinen Wachstumskurs im Markenvertrieb Bier nicht lückenlos fortsetzen - dieser gab um 1,2 Prozent zum Vorjahr nach, der Vertrieb von Bier in Mehrweg-Gebinden sank um 2,4 Prozent. Allgäuer Büble Bier, das seit mehr als zehn Jahren stabil gewachsen war, gab um rund 2 Prozent nach, während das ebenfalls im Allgäuer Brauhaus hergestellte Oberdorfer Hellbier seinen Wachstumskurs weiter hoch dynamisch ausbauen und um 7,3 Prozent wachsen konnte. Das Fassbiergeschäft des Allgäuer Brauhaus‘ entwickelte sich 2025 erneut positiv: Der Fassbierabsatz des Allgäuer Brauhaus’ stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent.
Trotz leicht rückläufiger Absatzmengen konnte das Allgäuer Brauhaus die Umsatzerlöse aufgrund einer zu Beginn des Berichtsjahres umgesetzten Preiserhöhung und Veränderungen im Gebindemix nach Biersteuer um 5,93 Prozent auf 42,3 Millionen Euro steigern, allerdings nahmen gleichzeitig auch Materialaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen wegen der weiterhin angespannten Lage auf den Beschaffungsmärkten zu.
„Unsere Brauerei hat sich in einem schwierigen Marktumfeld erneut stabil behauptet - und hat in einer ganzen Reihe von Bereichen gezeigt, dass man auch in einem raueren Umfeld noch robuste Leistungen erbringen kann. Das kostet inzwischen jedoch mehr Kraft als sonst, das Vorankommen ist kein Selbstgänger mehr – wir müssen mehr dafür tun. Denn der Wind bläst den Marktakteuren inzwischen deutlich härter und kälter ins Gesicht,“ beschreibt Guido Mockel, der Aufsitzratsvorsitzende des Allgäuer Brauhaus, die Situation im deutschen Biermarkt – und im Allgäuer Brauhaus.
Investitionen stärken Standort und Zukunftsfähigkeit
Auch im Geschäftsjahr 2025 investierte das Allgäuer Brauhaus wieder kraftvoll in seine Aufstellung – rund 5 Millionen Euro flossen in die Zukunft des Unternehmens. Schwerpunkte bildeten dabei technische Anlagen, eine zukunftsgerichtete Energieversorgung sowie Logistik. „Diese Investitionen zeigen, dass wir auch in einem schwierigen Marktumfeld nicht auf Sicht fahren, sondern gezielt in Leistungsfähigkeit, Effizienz und Zukunftssicherheit unseres Standortes investieren“, erklärt Vorstand Heinz Christ.
Zu den wesentlichen Maßnahmen gehörten unter anderem drei neue Gärtanks, die Erweiterung der Kälte- und Energiezentrale, eine Wasserenthärtungsanlage sowie Investitionen in moderne Lager- und Logistikstrukturen. Ein bedeutender Meilenstein war 2025 die Inbetriebnahme des neuen Regionallagers in Kempten zum 1. November 2025, das künftig von der Tochtergesellschaft Getränke Service Allgäu-Kleinwalsertal GmbH betrieben wird.
Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Rahmen der Hauptversammlung wurde zudem Thomas Freese altersbedingt aus dem Aufsichtsrat verabschiedet. Freese gehörte dem Gremium seit 2017 an und unterstützte das Unternehmen in einer wichtigen Phase der Weiterentwicklung. Zur Wahl in den Aufsichtsrat stellte sich Jens Berberich, Hauptabteilungsleiter „Operations & Supply Chain“ der Radeberger Gruppe KG.
Verlässlichkeit, regionale Stärke und Portfolioerweiterungen als Erfolgsfaktoren
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Allgäuer Brauhaus weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld. Steigende Kosten, hohe Wettbewerbsintensität, verändertes Konsumverhalten und anhaltende Unsicherheiten bleiben zentrale Herausforderungen für die gesamte Branche.
Gleichzeitig sieht sich die Traditionsbrauerei gut aufgestellt: Das breite Portfolio regionaler und national vertriebener Marken, die starke regionale Verankerung, die konsequente Markenführung sowie Investitionen in Technik und Logistik bilden die Grundlage für eine weiterhin stabile Entwicklung. „Darüber hinaus erweitern wir unser Portfolio gerade kraftvoll im Bereich alkoholfreie Biere – und sind überzeugt, dass diese ganz bewusste Angebotserweiterung viele Fans finden und schöne Marktimpulse liefern wird“, sagt Heinz Christ.
„Die nächsten Jahre werden keine Jahre des bequemen Mitschwimmens. Sie werden Jahre sein, in denen sich entscheidet, welche Marken Profil haben, welche Häuser anpassungsfähig sind und welche Unternehmen den Mut aufbringen, sich konsequent auf ein verändertes Umfeld einzustellen,“ führt Guido Mockel aus. Und weiter: „Ich bin überzeugt, dass unser Allgäuer Brauhaus das kann: Denn wir stehen für Qualität, Herkunft und Verlässlichkeit - und haben die Menschen und Mannschaften, die diese Chancen in Markterfolge umsetzen werden.“